Thailändischer Zoll beschlagnahmt 570 kg Cannabis auf dem Weg nach Deutschland
Bangkok, 6. Februar 2026 – Das Zollamt am Bangkoker Hafen (Bangkok Port Customs Office, BPCO) hat einen spektakulären Schmuggelversuch vereitelt: 570 Kilogramm Cannabis im Wert von umgerechnet rund 140.000 Euro sollten nach Deutschland verschifft werden. Die Entdeckung zeigt die zunehmende Bedeutung Thailands als Transitland für den internationalen Drogenhandel.
Wie das BPCO am Freitag, den 6. Februar 2026, auf der offiziellen Facebook-Seite der thailändischen Zollbehörde (Customs Department) mitteilte, entdeckten Zollbeamte bei einer verschärften Routinekontrolle am Mittwoch, den 4. Februar 2026, die getrockneten Cannabisblüten und -blätter, die vakuumverpackt in Kunstrasen versteckt waren. Insgesamt 192 Pakete waren für den Export nach Deutschland vorbereitet worden. Die professionelle Verpackungsmethode deutet auf ein gut organisiertes Schmugglernetzwerk hin.
Enormer Wertzuwachs auf dem Schwarzmarkt
Während der Straßenwert der Ware in Thailand bei etwa 5,7 Millionen Baht (ca. 140.000 Euro) liegt, gingen die thailändischen Behörden zunächst von einem geschätzten Schwarzmarktwert von rund 7.000 Euro pro Kilogramm in Deutschland aus – was einem Gesamtwert von etwa 4 Millionen Euro entsprochen hätte.
Tatsächlich liegt der Schwarzmarktpreis für Cannabis in Deutschland jedoch bei mindestens 2.000 bis 4.000 Euro pro Kilogramm, was den realistischen Marktwert der Schmuggelware auf 1,1 bis 2,3 Millionen Euro beziffern würde. Dennoch bedeutet dies eine erhebliche Wertsteigerung um das Zehn- bis Fünfzehnfache gegenüber dem thailändischen Einkaufspreis – ein lukratives Geschäft für internationale Drogenkartelle, das die Attraktivität solcher Schmuggeloperationen erklärt.

Verstärkte Kontrollen am Bangkoker Hafen
Thanakrit Linthong, Direktor des Bangkok Port Customs Office, erklärte laut der Facebook-Mitteilung, die Beschlagnahmung sei Teil einer verschärften Überwachungsstrategie. Auf Anweisung von Phanthong Loyakulnun, Generaldirektor der thailändischen Zollbehörde, und seiner Stellvertreterin Sunthariya Thawicha-prasit würden die Kontrollen intensiviert, um illegale Exporte zu unterbinden und das internationale Handelsimage Thailands zu schützen.
Die Initiative steht im Einklang mit der Regierungspolitik zur Verbesserung der Warenkontrollen und zum Schutz der thailändischen Wirtschaft. "Wir werden unsere Bemühungen fortsetzen, um die wirtschaftliche Sicherheit des Landes zu gewährleisten und das Ansehen Thailands im internationalen Handel zu wahren", betonte Linthong in der Stellungnahme.

Rechtliche Konsequenzen für die Schmuggler
Die Täter müssen sich nun wegen mehrfacher schwerwiegender Verstöße verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, bei der Zollanmeldung falsche Angaben über Art, Menge, Gewicht und Tarifklassifizierung der Waren gemacht zu haben, um Ausfuhrbeschränkungen zu umgehen. Dies verstößt gegen die Artikel 202, 208 und 244 in Verbindung mit Artikel 252 des thailändischen Zollgesetzes von 2017.
Zusätzlich werden Verstöße gegen Artikel 46 des Gesetzes zum Schutz und zur Förderung der traditionellen thailändischen Medizin von 1999 sowie gegen die Verordnung des Gesundheitsministeriums über kontrollierte Kräuter (Cannabis) von 2025 geahndet. Cannabis gilt in Thailand seit 2025 wieder als kontrollierte Substanz, nachdem die vorherige Liberalisierung, die Cannabis kurzzeitig von der Drogenliste gestrichen hatte, rückgängig gemacht wurde.

Kontext: Thailands Cannabis-Politik im Wandel
Die Beschlagnahmung erfolgt vor dem Hintergrund einer dramatischen Kehrtwende in der thailändischen Cannabis-Politik. Nachdem Thailand 2022 als erstes asiatisches Land Cannabis weitgehend legalisiert hatte, wurde diese Entscheidung aufgrund von Bedenken hinsichtlich des Missbrauchs und der gesellschaftlichen Auswirkungen wieder rückgängig gemacht. Seit 2025 unterliegt Cannabis erneut strengen Kontrollen.
Das Bangkok Port Customs Office kündigte in seinem Facebook-Posting an, die Kontrollen weiter zu verschärfen und die Zusammenarbeit mit internationalen Strafverfolgungsbehörden zu intensivieren, um organisierte Schmuggelringe zu zerschlagen.
Quelle: Bangkok Port Customs Office (BPCO) / Thai Customs Department Facebook-Posting vom 6. Februar 2026